IGGY UND DAS ANÄSTHETIKUM

falls es überhaupt von geringster relevanz ist, sollte man dies auch so fakultativ als nur möglich interpretieren dürfen. meine ersten iggy pop impressionen sind auf pubertäre perspektivlosigkeit  zurückzuführen. im kontext von weltschmerz saß ich auf einer matratze in einer vernebelten bude aus welcher nicht konkret hervorging, ob sich alle anderen beteiligten auch noch an dieses ereignis erinnern würden. für mich war dieser moment so einschneident, und absolut eklektisch zu dem, was sich in meinem leben abspielte. jemand bemächtigte sich des musikmediums im raume, und eine seltsame energie verbreitete sich wie das beissend süßlich bezirzende parfum einer vorbeigehenden dame in einer menschenleeren gasse.
wie der heiße asphalt in berührung mit kaltem regen an einem spätsommertag.
man nimmt das rohe in kauf, um katharsis zu erlangen.
asketisches wummern. jemand erzählte davon, dass er das feuer des seins in sich trägt. er fragt sein gegenüber ob er dieses nicht spüren könne, wenn er ihn schneide!
bevor wir hier vor uns hinfloskeln, möchte ich gerne betonen, dass rock n roll für mich dem absolutum der negativität unterliegt. jedoch im positiven sinne. in etwa wie die stoik der askese. ich glaube an den großen rock n roll schwindel, denn dies ist die einzige konstante, sich ein wenig der naivität im kontext der magie seiner jugend zu bewahren. für mich entspringt dieser „krach“ dem pandemonium. rock n roll ist für mich ein logisches resultat gegebener irdischer existenz.
iggy ist für mich das manifest eines zynikers. er ist der  diogenes von synope populärkultureller inflation.
wer eine psychosilhouette derartiger fragwürdigkeit im verstande des menschen platzieren, und über jahre verankern kann, ist durchaus mehr als ein fragment einer kulturellen peristaltik.
eines nachts lag ich in meinem bett, und versuchte dem weibe „insomnie“ zuzusetzen, als ich fühlte, dass ich mich den stooges hingeben müsse, um eine mental – irdische equivalenz zu generieren. ich legte die zweite seite des debut albums auf, und lies den song „we will fall“ laufen, als mir erstmals bewusst wurde, dass die kernaussage sich nicht wie laut diverser medien und rezensionen darauf bezog, dass iggy in seinem hotelzimmer auf seine damalige freundin „nico“, welche im kontext des großen lou reed mit „the velvet underground“ einige erfolge erzielte, wartete, sondern dass er stellung hielt, und auf gevatter nihil hoffte.
für mich ist die geschichte die, eines mannes, welcher (ob nun absichtlich, oder in der laune eines fauxpas) einer überdosis morphin unterliegt und letztlich erliegt. es deutet alles darauf hin. selbst wenn man es darauf reduzieren würde, dass er auf seine damalige „heldin / heroine“ wartete, könnte man dies auch auf die sympathie zur substanz „heroin“ interpretieren. im hintergrund des stückes wummern sprechgesänge. diese gesänge bilden ein hinduistisches mantra, welches zur überführung der toten verwendet wird. ist dies nun eine ausgeburt meiner phantasie, oder das leben für welches man gezahlt hat?! wer weiß das schon…

STOLLING RONES

der algorithmus einer rolling stones show ist die kontradiktion von beabsichtigter phlägmatik. ein dekadentes urpunkszenario charmanter mediokrität. waage vernimmt man die schwüle des steuerexils, und den geruch der ungewaschenen, in liebesexzesse eingebundenen finger. wer allerdings präzision und progression erwartet, ist hier vollkommen fehl am platz, und im irrglaube. meine persönlichen assoziationen mit den rolling stones basieren auf drogendurchzechten nächten, und der manifestation von rock n roll fakultät. sie sind für mich die erfinder dessen, was man als „rock n roll“ bezeichnet.

lodernde karikaturen ihrer selbst, und dessen, was man als autogenerierten idealismus verzeichnen kann.  erörterte man die stones in einer welt, in welcher man ähnlich der vierten dimension das musikalische ereignis als rein energetisches erführe, beschränkte sich dieses auf die uns wahrnehmbar irdische dimension, transponiert als reine positiv positionierte wut.

diese menschen sind die infrastruktur karismatischer energie par excellance. mittlerweile ist dies alles so sehr salonfähig und strukturiert, dass man sich beinahme schämt, sich dieser ideologie zugehörig zu fühlen. wie john lydon mal in einem 1980er interview erwähnte : rock n roll ist der religion als solcher equivalent. eine verlogene doktrin.